23
Oktober
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Allgemein

Sieben Tipps für eine gesunde Fehlerkultur

1. Machen Sie sich ein Bild

Bevor irgendwelche Maßnahmen zur Analyse von Fehlern umgesetzt werden können, muss zunächst einmal der Status Quo im Umgang mit Fehlern geklärt werden. Welche Fehler werden überhaupt gemacht? Welche Prozesse sind davon betroffen, wo sind Sollbruchstellen? Und weiter sollte klar sein, ob und wie Fehler in ihren Teams und Abteilungen erfasst werden. Hinter diesen Fragen verbergen sich sowohl harte Fakten wie Fehlerquote und Häufigkeit als auch weiche Faktoren, die im Wesentlichen auf die soziale und motivationale Komponente des Scheiterns abzielen. 

2. Schaffen Sie nachvollziehbare Rahmenbedingungen

Der Umgang mit Fehlern im Unternehmen spielt sich auf der sachlichen und der emotionalen Ebene ab. Gerade deshalb ist es wichtig, zunächst einmal auf der Sachebene Transparenz zu schaffen. Definieren Sie, was Fehler sind und vor allem was KEINE Fehler sind. Dass dabei immer noch ein persönlicher Ermessensspielraum bestehen bleibt, ist und sollte klar sein. Was aber auch klar sein sollte, ist der Unterschied zwischen fachlichen Fehlern, ethischem Fehlverhalten und rechtlichen Verstößen. Eine lösungs- und lernorientierte Fehlerkultur ist nicht dafür da, unkollegiale oder geschäftsschädigende Verhaltensweisen zu verharmlosen. Das sollte ebenso in die Prinzipien eines offenen Fehlerumgangs einfließen wie der Umstand, dass niemand für einen menschlichen Irrtum oder ein nachvollziehbares Versäumnis verurteilt wird.

3. Weichen Sie die Tabus auf

Es sind die weichen, zwischenmenschlichen Themen, die oft dafür sorgen, dass das Fehler lieber totgeschwiegen werden. Insbesondere, wenn Sie nicht nur den gegenwärtigen Status, sondern die Ereignisse in zurückliegenden Monaten und Jahren unter die Lupe nehmen wollen, um Maßnahmen für die Zukunft abzuleiten. Kaum jemand mag über seine Fehler reden, wenn sie in der Vergangenheit liegen und bereits Gras über die Sache gewachsen ist. Um die Tabuzonen, in denen das gefühlte Scheitern ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vergraben liegt, aufzuweichen, hilft nur ein offener, aber zugleich respektvoller Umgang. Suchen Sie den persönlichen Dialog, denn die Etablierung einer offenen Fehlerkultur bedeutet zunächst, mit der Grauzone aufzuräumen. Neben einem offiziellen Bekenntnis zu einer gesunden Fehlerkultur erreichen Sie das am besten, wenn sich jeder Einzelne ernst genommen fühlt.

4. Nehmen Sie Fehlern den emotionalen Wind aus den Segeln

Fehler werden in unserer Kultur mit einer Reihe von negativen Eigenschaften und Emotionen konnotiert wie Schuld, Scham, Unzulänglichkeit. Die Aufgabe besteht also darin, den Fokus von einer übertriebenen Scham und unnötigen Selbstvorwürfen auf die konstruktive Lösungssuche zu verlagern. Je schneller wir uns selbst einen Fehler verzeihen, umso souveräner können wir uns entschuldigen, den Fehler wiedergutmachen und vor allem aus einem Irrtum zu lernen. Heben Sie Fehler deshalb von der emotionalen auf die Sachebene. Am besten erreichen Sie dieses Ziel, indem Sie diesen Glaubenssatz offen kommunizieren. Manifestieren Sie: Der Fehler ist das Problem. Nicht der Mensch, der ihn gemacht hat. 

5. Nehmen Sie Fehler mit Humor

 Nehmen Sie sich, Ihr Unternehmen und damit auch die Fehltritte Ihrer Mitarbeitenden ernst, aber nicht zu ernst. Gehen Sie stattdessen kreativ mit Patzern um. Wieso führen Sie in Ihrem Unternehmen nicht den jährlichen „Faulty turn clever“-Award ein – wie aus einem kleinen Irrtum eine großartige Idee wurde? Was auch immer Sie sich einfallen lassen, behalten Sie vor allem Ihr Ziel vor Augen: Den Fehlern in Ihrem Unternehmen den Wind aus den Schuldsegeln zu nehmen. Das geht am besten mit einer humorvollen Brise Leichtigkeit. 

6. Beschönigen Sie im Rückblick nicht

 Es ist wichtig, schon während eines Projektes oder bestimmter Abläufe sowohl Gelungenes als eben auch über weniger optimal Gelaufenes zu erfassen. Sie tun gut daran, Fehler (ganz sachlich!) aufzuschreiben, zu analysieren und in die Optimierung von bestehenden Prozessen und Abläufen einzubinden. Entwickeln Sie eine Art Error -Lifecycle-Management. Damit Sie und Ihre Leute es beim nächsten Mal tatsächlich besser machen können.

7. Seien Sie Vorbild

Führungskräfte sollten Exempel statuieren. Das Tabu des Scheiterns lässt sich besser brechen, wenn sie selbst dazu stehen, nicht unfehlbar zu sein. Vielleicht wählen Sie doch hin und wieder gezielt einen Fauxpas aus, den Sie offen kommunizieren. Entschuldigen Sie sich, falls jemand aufgrund Ihres Fehlers Nachteile erlitten hat. Es tut nicht weh und ist ein Zeichen von Führungsstärke. Erwähnen Sie, wie Sie diesen Fehler künftig vermeiden werden. Denn genau das ist es, was wir letzten Endes erreichen wollen: Das Fehlertabu durch Lern- und Innovationsoffenheit zu ersetzen.